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Die Governance in der österreichischen Privatstiftung

06.11.2025

Die Governance in der österreichischen Privatstiftung

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Die jüngste Kathrein Family Konsult-Veranstaltung, die im K47 stattfand, widmete sich dem Thema "Governance in der österreichischen Privatstiftung". Martin Kocher, Gouverneur der OeNB, eröffnete die Veranstaltung und lieferte wertvolle Einblicke in die aktuelle wirtschaftliche Lage. Er stellte fest, dass das globale Wirtschaftswachstum moderat bleibt, mit einem prognostizierten Welt-BIP von +3,2 % für 2025 und +3,1 % für 2026, wobei signifikante Aufwärtsrevisionen für 2025 zu verzeichnen sind. Die expansive Fiskalpolitik und divergierende Geldpolitik bergen Risiken, wie steigende Schulden und volatile Wechselkurse. Zudem wies Kocher auf die Unsicherheiten hin, die durch Handelsbarrieren und Protektionismus entstehen, während KI-bezogene Produktivitätssteigerungen als Chance identifiziert wurden. Wie von Gouverneur Kocher eindrucksvoll aufgezeigt, bestehen innerhalb der EU trotz umfassender Harmonisierungsbemühungen weiterhin erhebliche faktische Handelshürden, welche die Wirtschaftsleistung gerade im Vergleich zu den USA einschränken.

In Bezug auf Österreich zeigt sich ein verhaltener wirtschaftlicher Aufschwung, wobei das BIP-Wachstum moderat bleibt und die Inflation um einen halben Prozentpunkt nach oben revidiert wurde. Prognoserisiken sind abwärtsgerichtet, bedingt durch handelspolitische Unsicherheiten und anhaltend hohe Inflation, die die Konsumlaune dämpfen.

Die Spar- und Investitionsunion

Die Spar- und Investitionsunion zielt darauf ab, Kapitalströme stärker in Investitionen zu lenken, um die Wettbewerbsfähigkeit der EU zu stärken. Ein europäisches Konzept für Spar- und Anlagekonten sowie eine Kleinanlegerstrategie sollen den Zugang zu geeigneten Finanzprodukten für Kleinanleger erleichtern. Darüber hinaus sind Maßnahmen zur Förderung von Equity-Investitionen und die Aktualisierung der EuVECA-Verordnung zentrale Punkte zur Stärkung der Investitionen.

Bedeutung der Privatstiftung und Unterstützung durch die Kathrein Privatbank AG

Stefan Neubauer, designierter CEO der Kathrein Privatbank AG, betonte die zentrale Rolle der Privatstiftung für den österreichischen Wirtschaftsstandort. Zwei Drittel der Privatstiftungen halten unternehmerisches Vermögen, und mehr als die Hälfte, der im ATX gelisteten Unternehmen stehen im (Teil-)Besitz von Privatstiftungen. Diese Stiftungen sichern rund 350.000 Arbeitsplätze und verwalten ein Vermögen von etwa 70 Milliarden Euro. Neubauer wies auf mögliche Fehlerquellen in der Vermögensverwaltung hin, darunter falsche Veranlagungspolitik und unrealistische Renditeerwartungen. Die Kathrein Privatbank AG bietet Privatstiftungen und Stifterfamilien Unterstützung durch Stresstests der Stiftungsurkunde, die gemeinsame Erarbeitung nachhaltiger Veranlagungsstrategien und die Heranführung und Fortbildung der nächsten Generation von Stiftungsakteuren in Bezug auf die Veranlagung von Finanzvermögen. Er betonte die Rolle von Kathrein Family Konsult als wertvolle Plattform, um den Austausch unter Stiftungsakteuren zu fördern und notwendige Reformen im österreichischen Stiftungsrecht zu unterstützen. Vor dem Hintergrund der bevorstehenden weiteren Verschlechterung der steuerlichen Situation in der Privatstiftung, zeigte Stefan Neubauer mögliche Veranlagungsalternativen in der Stiftung auf.

Podiumsdiskussion zur Stiftungs-Governance

In der anschließenden Podiumsdiskussion tauschten sich Susanne Kalss (WU Wien), Karin Exner-Wöhrer (Salzburger Aluminum Group) und Gerhard Schwartz (Commitment Privatstiftung) unter der Moderation von Clementine Michalek-Waldstein (Head of Kathrein Family Konsult) zu ihren Erfahrungen und Best-Practice-Ansätzen bei der Governance von Stiftungen aus. Durch das divers besetzte Podium konnten die Governance in der Stiftung aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet und bestehende Schwachstellen identifiziert werden. Auch der Generationenübergang in der Stiftung sowie dessen Auswirkung und Anforderungen an die Stiftungsgovernance wurden thematisiert. Abgerundet wurde die Diskussion durch die Frage nach notwendigen Reformen im österreichischen Stiftungswesen und einem Blick über die Grenze.

Wir freuen uns über einen gelungenen Abend mit spannenden Eindrücken und anregenden Gesprächen.

 

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