Der letzte Schritt?

19.09.2023

Der letzte Schritt?

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Autor - Andreas Weidinger

 

War das bereits alles, oder steht noch mehr bevor? Die Europäische Zentralbank (EZB) hat letzte Woche am Donnerstag die Leitzinsen erneut um 25 Basispunkte erhöht. Der Einlagezins bei der EZB, das ist jener Zinssatz, den Banken für ihr überschüssiges Geld erhalten, wenn sie dieses über Nacht bei der Zentralbank lagern, liegt jetzt bei 4%, und der Refinanzierungszinssatz, zu dem sich die Banken bei der EZB (für eine Woche) Geld leihen können, wurde auf 4,5% erhöht.

"EZB beschließt zehnte Zinserhöhung in Folge" – so oder ähnlich lauteten die Schlagzeilen in den Medien. Diese Schlagzeilen wurden oft mit den Worten "Zinsgipfel erreicht" bzw. "am Ende der Zinsanhebungen angelangt" kombiniert. Diese Entwicklung, die für viele Kreditnehmer nicht so erfreulich ist, hat jedoch immerhin die Ertragsaussichten für sicherheitsorientierte Anleger wieder angehoben, und das nach Jahren der Nullverzinsung oder Nichtverzinsung ihrer Cashkonten. Aber war dies wirklich der letzte Schritt?

 

 

 

Euribor © Quelle: Bloomberg, 18.9.2023

Gipfelverschiebungen

Die Notwendigkeit für diese Zinserhöhungen ergab sich aus den Inflationsraten im gesamten Euroraum, die weit über 2% lagen und in einigen Ländern sogar die 10% überschritten hatten. Aufgrund dieser Inflationsentwicklung, die anfangs noch als vorübergehend angesehen wurde, begann die EZB ihren Zinsanhebungszyklus, um vorerst steigende Inflationsraten zu stoppen und sogar leicht zu reduzieren. Dennoch liegen die Inflationsraten für den gesamten Euroraum immer noch deutlich über 2%. Auch wenn sie gesunken sind, bedeutet das für uns: "Höhere Zinsen für eine längere Zeit". Während zu Beginn des Jahres 2023 erwartet wurde, dass die Zinsspitze im September 2023 erreicht wird und gegen Ende des Jahres bereits leicht niedrigere Zinsen erwartet wurden, sieht die Situation nun ganz anders aus. Zum einen liegen wir deutlich über den Erwartungen, und zum anderen wird erwartet, dass die Zinsspitze erst zum Jahresende erreicht wird, ohne dass eine Leitzinssenkung im ersten Halbjahr 2024 eingepreist ist. Dennoch preisen die Kapitalmärkte derzeit eine erste Zinssenkung im Juli 2024 ein. Angesichts der Inflationsraten scheint dies jedoch etwas zu optimistisch.

 

Nun werden Sie sich vielleicht fragen: "Was bedeutet das für mich, und was kann ich jetzt tun?" Wir können Ihnen sicherlich ein Angebot unterbreiten und Sie zu einem Gespräch mit Ihrem Private Banker einladen. Insbesondere für Neugelder glauben wir, dass unsere Konditionen durchaus attraktiv für Sie sein können – und dafür ist kein Gipfel im Finanzministerium erforderlich. 😊

Disclaimer

Diese Information hat das Ziel, eine allgemeine Übersicht über aktuelle Marktdaten und Marktentwicklungen zu geben und beinhaltet keine direkte oder indirekte Empfehlung für eine bestimmte Anlagestrategie im Sinne einer Finanzanalyse, oder eine Empfehlung zum Kauf oder Verkauf von Finanzinstrumenten.
Bei der Anlage in Wertpapiere sind Kursschwankungen aufgrund von Marktveränderungen jederzeit möglich. Analystenmeinungen, Marktmeinungen Daten der Wertentwicklung mit Bezug auf die Vergangenheit lassen keine verlässlichen Rückschlüsse auf zukünftige Ergebnisse zu.

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