Midterm-Wahlen in den USA: Auswirkungen auf die Märkte

21.11.2022

Midterm-Wahlen in den USA: Auswirkungen auf die Märkte

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Autor - Harald Holzer

Die Stimmen bei Midterm-Wahlen in den USA sind endlich ausgezählt, und die Gewinner stehen fest.  Im Repräsentantenhaus haben die Republikaner die Mehrheit von den Demokraten übernommen, wenn auch eine viel kleinere als erwartet. Im Senat behalten die Demokraten die Kontrolle und können je nachdem wie die Stichwahl in Georgia ausgehen wird, eventuell auch einen Sitz dazugewinnen. Welche Auswirkungen hat dies auf die Aktienmärkte in der näheren Zukunft? 

 

Die Erfahrung aus der Historie hat gezeigt, dass die Aktienmärkte unter demokratischen Präsidenten, die ihre erste Amtszeit antreten, eine schlechte Performance aufweisen. Die erste Amtszeit von Präsident Biden ist keine Ausnahme von dieser Regel. Dies impliziert keineswegs eine Kausalität, sondern sollte eher als historische Beobachtung betrachtet werden. Allerdings kann eine Partei, insbesondere wenn sie den Kongress und die Präsidentschaft kontrolliert, durch ihre Finanzpolitik wirtschaftliche Indikatoren beeinflussen, die sich auf die Aktienmarktrenditen auswirken können. Nach den Midterms kommt es an den Aktienmärkten in der Regel zu einer Jahresendrallye, die darauf zurückzuführen ist, dass die Unsicherheit darüber beseitigt wird, wer in den nächsten zwei Jahren in den beiden Kammern des Parlaments, die Mehrheit haben wird. 

Midterm Election Year Cycle II

Vorschau auf den US-Finanzmarkt

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Aktienmärkte in den Jahren vor den Präsidentschaftswahlen in der Regel stark steigen. Dabei wurden auch seitens der Geld- und Finanzpolitik unterstützende Maßnahmen gesetzt. Die nächsten Präsidentschaftswahlen sind in zwei Jahren, das steht fest, fraglich ist aber, ob auch die Geld- und Finanzpolitik mitspielt.

Es wird erwartet, dass die Fed, je nach Entwicklung der Inflation, in den USA im Jahr 2023 mit einer Zinssenkung beginnen wird, womit eines der beiden Ziele erreicht wäre. Was die Finanzpolitik betrifft, so ist angesichts der Spaltung des Kongresses zwischen Demokraten und Republikanern eine drastische Erhöhung der Steuerausgaben derzeit kaum vorstellbar. Für die Demokraten war es schon schwierig genug, mit ihrer knappen Mehrheit in den ersten beiden Jahren wichtige Gesetze zu verabschieden. Es ist schwer vorstellbar, dass jetzt noch mehr steuerliche Anreize verabschiedet werden. Sollte eine Rezession mit höheren Arbeitslosenzahlen einhergehen, würden allerdings auch mehr steuerliche Anreize gesetzt werden. Dieses Szenario würde jedoch auch zu einem starken Rückgang der Unternehmensgewinne führen, was wiederum einen fallenden Aktienmarkt zur Folge hätte. 

Policy has tended to rise prior to presidential elections

Trotz dieser historischen Muster raten wir weiterhin zur Vorsicht, da der Rückgang der Inflation noch immer nicht sicher ist und daher die Annahme sinkender Leitzinsen im Jahr 2023 nicht als gegeben angesehen werden kann.  Außerdem verlangsamt sich die US-Wirtschaft immer noch, wobei das Tempo und das Ausmaß schwer zu prognostizieren ist.  Bis sich ein Bild ergibt, das eine weiche Landung mit einem Rückgang der Inflation in Richtung 3 % Inflation bis zum Jahresende bestätigt, bleiben wir in Aktien untergewichtet und sichern unser Anleihenengagement weiterhin ab.   

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