Kündigt sich eine Trendumkehr am Aktienmarkt an?

24.10.2022

Kündigt sich eine Trendumkehr am Aktienmarkt an?

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Die Volatilität an den Aktienmärkten ist nach wie vor hoch und die Stimmung weiterhin auf Tiefstständen. Wir beobachten eine Vielzahl an Faktoren, die uns in Summe wenig optimistisch stimmen, dass es bald zu einer nachhaltigen Erholung kommt. Aber wir wollen heute bewusst eine positive Perspektive einnehmen. Denn ein Bündel an Faktoren, das wir ebenfalls beobachten, sind Saisonalitäten und Zyklen am Aktienmarkt, und dieses gibt Anlass zu leiser Hoffnung. Hierbei gibt es Modelle, welche durchaus mithilfe dieser Faktoren auf eine Trendumkehr in näherer Zukunft schließen lassen.

Saisonalität am Aktienmarkt – was ist das?

Den meisten Leser:innen wird „Sell in may and go away“ ein Begriff sein. Es gibt aber viele solcher „Regeln“, die abhängig von Jahreszeit und saisonalen Ereignissen sind. Die Theorie dahinter: Aktienkurse verhalten sich zu verschiedenen „Jahreszeiten“ unterschiedlich. Wir kennen hier viele solcher Phänomene, die auch wissenschaftlich untersucht wurden. Beispiele sind der „Halloween-Effekt“, “End of the Month-Effekt”, “Four-Year Presidential Cycle” etc.

Der unabhängige Researchanbieter Ned Davis Research (NDR), ein langjähriger Partner der Kathrein Privatbank, hat für den US-Aktienmarkt ein aus sich wiederholenden historischen Marktmustern zusammengesetztes Zyklendiagramm erstellt. Es wird ein einjähriger saisonaler Zyklus für den US -Aktienmarkt berechnet (beginnend 1928, tägliche Daten) und mit 4- („Presidential Cycle“) und 10- („Decennial Cycle“) -jährigen Zyklen kombiniert und so erhält man dann ein repräsentatives Durchschnittsjahr-Muster („Cycle Composite“):

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Der Trend ist wichtiger als das Niveau

Die bisherige Entwicklung des S&P 500 Index im aktuellen Jahr ist in orange abgebildet. Wenngleich es natürlich starke Abweichungen zum historischen Muster gibt, zeigt das Bild doch, dass der Trend einigermaßen gut abgebildet ist. Und das Ziel des Modells ist es vorranging, den Trend abzubilden und nicht das Niveau, also die genaue Höhe der Kurse.

Während die ersten vier Monate 2022 nicht dem Muster entsprachen, war die „Sell in May“-Regel heuer durchaus erfolgreich. Die Erholung im Sommer fiel dafür etwas gedämpfter aus. Der darauffolgende Rückgang markierte zudem neue Jahrestiefststände.

Die Kenntnis der historischen Markttendenzen kann oft eine nützliche Perspektive für potenzielle Wendepunkte und Trends bieten. Die positive Tendenz im „Cycle Composite“ allein ist aber für uns noch kein Kaufsignal, sie erhält erst zusätzliches Gewicht, wenn sie durch andere Timing-Modelle und -Indikatoren bestätigt würde. Aktuell ist dies nicht der Fall, da die Mehrheit, der von uns verfolgten technischen und mikro-/makro-ökonomischen Indikatoren noch keine Kaufsignale liefert, weshalb wir weiterhin die Aktienkomponente in den verwalteten Portfolios/Fonds untergewichtet haben.

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